Krebsrisiko und das „Rote-Haare-Gen“

Schon länger ist bekannt, dass Rothaarige, die in der Regel gleichzeitig auch sehr hellhäutig sind, ein erhöhtes Risiko haben, an Hautkrebs zu erkranken. Wissenschaftler haben nun erstmals das Ausmaß dieses Risikos ermittelt.

Das Gen MC1R ist indirekt für die Produktion des Pigments Melanin verantwortlich. Es gibt zwei Melanine: Eumelanin, das für braune und schwarze Haare verantwortlich ist und vor UV-Strahlung schützt sowie Phäomelanin, dass in rotem Haar dominiert und keine schützende Wirkung hat. Eine übermäßige Phäomelanin-Produktion wird durch eine Mutation im MC1R-Gen verursacht, Rothaarige haben zwei Kopien dieser Variante.

Britische Genetiker haben die DNA-Sequenzen von über 400 Hautkrebspatienten untersucht. Bei Menschen mit der „Rote-Haare-Variante“ des MC1R-Gens waren sonnenverursachte Mutationen  ihres Hautkrebses um 42% erhöht. Dieses Ausmaß entspricht der Menge von 21 Jahren zusätzlicher Sonneneinstrahlung im Vergleich zu Menschen ohne diese Genvariante.

Bei der Auswertung stellte sich heraus, das nicht nur Rothaarige dieses Risiko in sich tragen. Auch Dunkelhaarige, die nur eine Kopie der Variante in sich tragen, hatten eine viel höhere Rate an Tumormutationen als die Normalbevölkerung. Diese Erkenntnisse sollen in Zukunft dazu beitragen, Menschen mit hohem Hautkrebsrisiko frühzeitig zu identifizieren.

HautinForm 3/2016

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Lauert im Schatten der Tod?

Wer Sonnenbäder zeitlebens meidet, hat zwar ein niedrigeres Risiko Hautkrebs zu entwickeln, stirbt aber dafür früher. Dieses scheinbare Paradoxon haben schwedische Forscher näher untersucht.

Sie werteten die Daten von fast 30.000 Schwedinnen aus, die über 20 Jahre begleitet worden waren.

Ein 50 Jahre alter Nichtraucher, der die Sonne zeitlebens gemieden hat, hat demnach eine um  verringert. Der gleiche Vergleich bei Rauchern ergab kürzere Lebenserwartungen von 1,1 und 2,1 Jahren. Aus der Tatsache, dass ein Raucher, der viel der Sonne ausgesetzt war, eine ähnliche Lebenserwartung hat, wie ein nicht rauchender Sonnenvermeider, folgern die Wissenschaftler, dass Sonne meiden ähnlich gesundheitsschädlich ist wie Rauchen. Die höhere Lebenserwartung von Frauen mit hoher UV-Exposition geht einher mit einer Abnahme an Herz-Kreislauf- und sonstigen Todesursachen. Demzufolge nimmt dadurch der relevante Anteil an Toden durch Krebs zu.

Ob diese Effekte auf Vitamin A oder auf einen anderen Mechanismus zurückzuführen sind, lässt sich anhand der Daten nicht erklären. Die Autoren weisen darauf hin, dass bei der Interpretation ihrer Ergebnisse zu beachten sei, dass Schweden selbst im Sommer oft nur ein UV-Index von 3-5 erreicht werde. Das Sonnen(schutz)verhalten sollte daher immer an die jeweilige länderspezifische UV-Belastung angepasst werden.

HautinForm 3/2016

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ANZEICHEN FÜR UV-SCHÄDEN AN DER KÖRPERHAUT

Sonnenbrand
UVB-Strahlen sind für akute UV-Schäden verantwortlich: Sonnenbrand. Sie dringen zwar nicht so tief in die Haut ein, sind jedoch die Hauptursache für die unmittelbare Schädigung der DNA. Ungeschützte Haut kann rot werden, Blasen bilden und sehr schmerzen. Das ist besonders für Kinder und Jugendliche gefährlich, da so das Risiko steigt, später an einem malignen Melanom oder anderen Formen von Hautkrebs zu erkranken.

Vorzeitige Hautalterung
Tiefe Falten und unelastisches, schlaffes Hautgewebe gehören zu den negativen Folgen des Sonnenlichts.

Hyperpigmentierung/dunkle Flecken
Übermäßige Sonneneinwirkung ist die Hauptursache für eine Hyperpigmentierung – ein unangenehmes Hautbild, bei dem dunkle Flecken auf der Haut erscheinen.

Polymorphe Lichtdermatose (PLD)
Die normalerweise bedeckte Körperhaut kann auf Sonnenexposition reagieren, zum Beispiel im Frühjahr oder im Urlaub. Dieser Hautzustand, der durch Juckreiz und einen brennenden Hautausschlag gekennzeichnet ist.

Acne aestivalis (Mallorca-Akne)
Im Gegensatz zur Acne vulgaris werden die roten, entzündeten Läsionen nicht durch Hormonveränderungen und Bakterien hervorgerufen, sondern durch die Reaktion der Haut auf Hitze und Sonnenlicht sowie auf bestimmte Inhaltsstoffe in Hautpflegeprodukten und Sonnenschutzmitteln. Die Mallorca-Akne ist der PLD sehr ähnlich und eine Abgrenzung dieser beiden Hautbilder ist manchmal nicht leicht.

Neurodermitis/Psoriasis
Auch bei Neurodermitis und Psoriasis sollte ein Sonnenschutzmittel verwendet werden, da die Haut bereits trocken ist. Äußerlich anzuwendende Medikamente können die betroffenen Hautareale für einen Sonnenbrand anfälliger machen.

Diabetische Haut
In diabetischer Haut wird Feuchtigkeit nicht so gut gebunden wie bei einem Gesunden. Der Feuchtigkeitsmangel führt häufig zu starkem Juckreiz, der den gesamten Körper betreffen kann. Das Sonnenlicht trocknet die Haut noch stärker aus, sie wird dadurch infektionsanfälliger. Durch die verringerte Schmerzwahrnehmung bei Diabetikern steigt auch die Gefahr eines Sonnenbrandes.

Hautkrebs
Es gibt vier verschiedene Formen von Krebs oder Krebsvorstufen, die mit der UV-Strahlung assoziiert werden. Aktinische Keratosen erscheinen als kleine, runde, erhabene Stellen auf Haut, die lange Zeit der Sonne ausgesetzt war. Manchmal kann sich aus einer aktinischen Keratose eine Form des Hautkrebs entwickeln. Der Basalzellkrebs (Basaliom) ist die häufigste Form des Hautkrebses. Er kann als offene Wunden, rote Stellen, rosige Wucherung, glänzende Pickel oder Narben auftreten. Plattenepithelkrebs zeigt sich in der Regel als dauerhaft rote, schuppige Stelle, die auch anfangen kann zu bluten. Dieser ist bei hellhäutigen Menschen der zweithäufigste Krebs. Die schwerste Form des Hautkrebses ist das Melanom. Meistens ist ein Melanom schwarz oder braun, kann jedoch auch hautfarben, rosa, rot, lila, blau oder weiß sein.

Beiersdorf AG

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Nach Melanomdiagnose ist das Risiko für Zweittumoren erhöht

Laut einer schwedischen Forschergruppe ist das Risiko für ein Melanom um das 2-3fache erhöht, wenn bereits zuvor ein bösartiger Hauttumor diagnostiziert wurde. Dieses Risiko ist besonders hoch, wenn der erste Tumor vor dem 40. Lebensjahr aufgetreten war. Als Hauptursache dafür sehen die Forscher eine zu hohe UV-Belastung an. Denn durch die Sonnenstrahlung wird das Erbgut geschädigt, was dann wiederum zu Hautkrebs führt.
(Chen T et al. JAMA Dermatol 2015 Feb 11)

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Sonnenschutz betrifft jeden!!!

Sonnenlicht hat eine positive Wirkung auf das Wohlbefinden- aber auch eine nachgewiesene schädigende auf die Haut. Nicht nur eine kurzzeitige starke Sonnenbelastung wie im Urlaub macht der Haut zu schaffen, auch die tägliche kürzere Einwirkung hinterlässt spuren. Deswegen sollte der Sonnenschutz sowohl im Urlaub als auch im Beruf und im Alltag eine wichtige Rolle spielen. Die UV-Strahlung wird entsprechend der Wellenlänge in UV-A, UV-B und UV-C-Strahlen eingeteilt. UV-C wird bereits von der Erdatmosphäre abgefangen, aber UV-A und UV-B erreichen die Haut. Während die UV-B-Strahlen intensiver auf der Hautoberfläche wirken und so Hautkrebs auslösen können, dringen die UV-A-Strahlen tief bis zum Bindegewebe ein. Die Haut altert, wird schlaff und faltig. Deswegen müssen Sonnencremes vor beiden Strahlenarten schützen.

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LVZ berichtet über Frau Dr. Krakor

Heute hat die LVZ einen Beitrag über die Aufklärungskampagne für die Hautkrebsvorsorge von Frau Dr. Krakor veröffentlicht:

„Wenn Sportler auf Ärzte treffen, liegt meist etwas im argen. Als Marion Krakor aber vor einiger Zeit auf die Kämpfer des Leipziger Judosportclubs zuging, war die Sache anders gewickelt. Die Hautärztin brauchte gestählte Körper für eine ganz besondere Aktion, um die Jugend auf die Gefahr des Hautkrebses aufmerksam zu machen. So entstanden Kalender- und Postermotive mit dem Arbeitstitel: Judo ist cool, Hautkrebs nicht. „Ziel war es, auf eine sehr annehmbare sowie sympathische Art und Weise die Ästhetik junger, gesunder Menschen als erstrebenswertes Ziel zu thematisieren“, erklärte Krakor ihr Engagement. Just vor wenigen Tagen wurde die ganze Aktion auf einer Dermatologen-Tagung geadelt. Die Leipziger Fachärztin bekam vom Berufsverband den Preis für Öffentlichkeitsarbeit überreicht.“

Quelle:LVZ, 25.3.2015

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Gefahr durch Sonnenstudio

Das Risiko, am schwarzen Hautkrebs zu erkranken, steigt bei Solariumkunden bis zum Vierfachen. Das hat ein Team von der Universität Minnesota jetzt in einer Studie dargestellt. Die Forscher analysierten dafür die Daten von 1852 Einwohnern aus Minnesota. Besonders bemerkenswert ist daran, dass die Probanden die Sonnenbank maßvoll nutzten und keine Sonnenbrände im Studio bekamen.

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Textiler Sonnenschutz

Übermäßige UV-Strahlung schädigt das Erbgut und ist der größte Risikofaktor für Hautkrebs. Schutz bietet lange Kleidung. Dabei gilt, dass dicht gewebte, dunklere Baumwollkleidung besser schützt als leichte weiße Bekleidung. Spezielle Textilien mit integriertem UV-Schutz lassen noch weniger Sonnenstrahlen durch. Sonnenschirme bieten hingegen nur ungenügenden Schutz, es sei denn, sie sind mit speziellem UV-Schutz versehen. Auch der Schatten durch Bäume schützt nicht genügend vor der gefährlichen UV-Strahlung.

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Hautkrebsvorsorge

Bei einer Vorsorgeuntersuchung zum Hautkrebs wird Ihre Haut sorgfältig von einem Dermatologen untersucht. Dieser kann feststellen, ob Veränderungen der Haut harmlos sind oder ob Anzeichen für Hautkrebs vorliegen. Die Untersuchung wird von allen Krankenkassen ab dem 35. Lebensjahr aller zwei Jahre übernommen, von einigen Krankenkassen auch schon früher (z. B. Barmer, AOK, Knappschaft, TK).

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