Juckreiz bei Neurodermitis lindern

Juckreiz zählt zu den unangenehmen Symptomen bei Neurodermitis. Wer dem Juckreiz nachgibt, verschlimmert damit häufig noch die Krankheit, z.B. durch Aufkratzen der Haut. Denn in den kleinen Wunden können Krankheitserreger eindringen, was wiederum zu Infektionen führen kann, welche die Einnahme weiterer Medikamente notwendig machen können. Hinzu kommt, dass Infektionen häufig auch den Juckreiz verstärken. Ein Teufelskreis, den es zu unterbrechen gilt.

Sinnvoll ist es, dem Juckreiz schon im Vorfeld so weit wie möglich vorzubeugen – durch die regelmäßige Pflege der von der Neurodermitis betroffenen Hautstellen. Die Haut regelmäßig mit rückfettenden Cremes einzucremen, ist dabei ein Muss. Es gilt: Je trockener die Haut, umso fettreicher darf die Creme sein. Auf feuchte, nässende Hautstellen hingegen gehören eher feuchte, wässrige Cremes. Die Feuchtigkeit verdunstet z.T. nach dem Auftragen und die dabei entstehende Verdunstungskälte lindert Beschwerden und auch den Juckreiz. Es versteht sich von selbst, dass die verwendeten Cremes keine Duftstoffe und möglichst keine oder nur wenige Konservierungsstoffe enthalten, da diese die Haut zusätzlich reizen können. Harnstoff als Zusatzstoff in einer Creme kann u.U. helfen, den Juckreiz zu lindern. Für Kinder jedoch sollte die Harnstoffkonzentration maximal 2 bis 4 % betragen. Am besten ist es bei Kindern ohnehin, zuvor den Arzt zu fragen, ob eine Salbe mit Harnstoff für sie in Betracht kommt.

Maßnahmen gegen Juckreiz

Kleidung kann Juckreiz verstärken oder mindern. Menschen mit Neurodermitis profitieren von Kleidung aus luftdurchlässigen Materialien. Am geeignetsten sind Materialien wie Baumwolle, Seide und bestimmte Mikrofaserstoffe. Auf Kleidung aus Synthetik und vor

allem aus Schurwolle sollten Neurodermitis-Betroffene verzichten, da diese den Juckreiz verschlimmern kann. Wichtig ist auch, dass die Kleidung vor dem ersten Tragen gewaschen wird – am besten mit einem Waschmittel für empfindliche Haut, das keine Duftstoffe enthält, die die Haut zusätzlich reizen.

Auch Kälte lindert den Juckreiz wirkungsvoll. Vielen Betroffenen hilft es, die juckenden Hautstellen mit einem feuchten Baumwolltuch, das in kaltem Wasser (jedoch nicht in Eiswasser!) getränkt wurde, sanft abzutupfen oder das feuchte, kühlende Tuch zeitweilig auf die Hautstellen zu legen. Warmes Wasser hingegen ist nicht zu empfehlen, da Wärme die Haut austrocknet. Auch Kühlpacks, die kurzzeitig auf die betroffenen Hautstellen gelegt werden, können Linderung verschaffen.

Wenn es mal gar nicht anders geht und die Haut gekratzt werden muss, weil der Juckreiz zu groß wird, sollte am besten mit einem im kalten Wasser getränkten Waschhandschuh, der über die Hand gezogen wird, gekratzt werden. Auf diese Weise verhindert man, dass die Haut aufgekratzt wird, und beugt Infektionen durch Bakterien oder andere Krankheitserreger vor. Doch diese Maßnahme sollte man nur im Ausnahmefall ergreifen. Stattdessen kann es sinnvoll sein, eine Entspannungsmethode (z.B. Yoga, Meditation, Progressive Muskelentspannung) zu erlernen. Gezielte Entspannung lenkt die Aufmerksamkeit weg von den juckenden Hautstellen.

In machen Fällen helfen auch oral einzunehmende Antihistaminika gegen den Juckreiz, die der Arzt verordnen kann. Doch nicht bei allen von Neurodermitis Betroffenen schlagen diese Medikamente an.

Hilfe für Kinder

Der Juckreiz bei Neurodermitis ist vor allem für Kinder belastend, die oft noch nicht verstehen, warum sie nicht kratzen sollen. Eltern können ihren Kindern helfen, indem sie z.B. leichten Druck auf die die betroffenen Hautstellen ausüben oder sanft mit der ganzen Handfläche darüber streichen. Auch gezielte Ablenkung hilft Kindern – wenn sie nicht mehr an den Juckreiz denken, ist er oft weniger schlimm. Die Fingernägel der Kinder sollten in jedem Fall kurz geschnitten sein, damit sie sich die Haut nicht aufkratzen. Für die Nacht hat sich für Kinder das tragen spezieller Schlafanzüge mit integrierten Fäustlingen oder speziellen Handschuhen bewährt, um dem Kratzen vorzubeugen.

Allergikus 01/2016

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Intimpflege: Das sollte Frau vermeiden

Übertriebene Hygienemaßnahmen im Intimbereich können vor allem die Säureschutzbarriere in der weiblichen Genitalregion beeinträchtigen. Der pH-Wert der Haut beträgt etwa 5 bis 5,5. Das Scheidenmilieu ist mit einem pH-Wert zwischen 3,8 und 4,4 deutlich saurer. Dafür sorgen vor allem Milchsäurebakterien, die Laktobazillen, die ein wichtiger Bestandteil der gesunden Vaginalflora sind. Das saure Milieu hält das Wachstum der Keime in der natürlichen Scheidenflora in Balance und trägt zur Abwehr von krankmachenden Mikroorganismen bei. Daher sollten Frauen milde Waschlotionen mit einem niedrigen pH-Wert bevorzugen, der zum sauren Scheidenmilieu passt.
Eine äußerliche Reinigung unter der Dusche reicht völlig aus, das Innere der Scheide sollte nie gewaschen werden. Von Scheidenspülungen wird abgeraten. Diese zerstören die natürliche Vaginalflora und begünstigen das Gedeihen krankmachender Keime. Ein unangenehmer Geruch statt des erhofften frischen Dufts kann erstes Anzeichen einer Infektion sein, die sich im Verlauf durch Beschwerden wie Juckreiz, Brennen uns Ausfluss bemerkbar macht. Eine Infektion muss mit geeigneten Medikamenten behandelt werden. Allerdings kann eine Behandlung mit Antipilzmitteln oder Antibiotika die Mikroflora stören. Bei Frauen, die immer wieder an Infektionen im Genitalbereich leiden, können Vaginalzäpfchen mit Milchsäure oder Laktobazillen dazu beitragen, erneut ein schützendes Scheidenmilieu aufzubauen.

HautinForm 2/2016

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Die UV-Lichttherapie

Bei der Behandlung von Hauterkrankungen spielen Cremes und Salben eine große Rolle. Auch von der UV-Lichttherapie können Betroffene profitieren. Dabei wird die Haut der Betroffenen mit ultraviolettem Licht bestrahlt. Man unterscheidet die Bestrahlung mit UV-A- und UV-B-Licht.

UV-B-Strahlen sind kurzwelliger und erreichen somit nur die Oberhaut. Diese Form der Bestrahlung wird i.d.R. bei Psoriasis, Neurodermitis, Hand- und Fußekzemen sowie Juckreiz (Pruritus) angewandt. Die UV-Bestrahlung führt zur Hemmung bestimmter Zellen der Immunsystems. Bei Psoriasis bewirkt dies z.B. einen Rückgang der Überproduktion von Hautzellen. Die tiefer in die Haut eindringende UV-A-Bestrahlung, die bis in das Bindegewebe reicht, kommt vor allem bei Neurodermitis u.U. auch bei starkem Juckreiz zum Einsatz.

Die PUVA-Therapie

Eine Form der UV-Lichttherapie ist die PUVA-Therapie. Hierbei wird die Haut des Patienten vor der Bestrahlung mit einem Lichtsensibilisator behandelt, der dafür sorgt, das die Haut lichtempfindlich wird. Dieser kann entweder in Form von Tabletten eingenommen oder als Creme aufgetragen werden. Anschließend erfolgt die Bestrahlung der Haut. Diese Form der Bestrahlung eignet sich vor allem für Patienten mit Psoriasis.
Auch eine Bade-PUVA-Therapie ist möglich. Dabei nimmt der Patient ein etwa 20-minütiges Bad, in das der Lichtsensibilisator als Badezusatz beigefügt ist. Die Haut wird so auf die anschließende Bestrahlung vorbereitet. Nach dem Bad wird die Haut des Patienten vorsichtig trocken getupft. Dann sollte innerhalb einer Stunde die UV-Lichttherapie erfolgen.

Da die Haut nach einer UV-Lichttherapie sehr lichtempfindlich ist, sollten Patienten darauf achten, sich nach der Behandlung keinem direkten oder indirekten Sonnenlicht auszusetzen.

Patient & Haut 1/2015

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Juckreiz häufigste Ursache für Arztkonsultation

Während des DDG-Kongresses wurde eine Untersuchung veröffentlicht, bei der die Häufigkeit von Juckreiz als Grund für die dermatologische Konsultation ermittelt wurde. Von 382 Patienten gaben 31 Prozent an, unter akutem oder chronischem Juckreiz zu leiden. 77 Prozent aller Patienten mit Juckreiz gaben an, häufig bis permanent an Juckreiz zu leiden. Zusammenfassend zeigt sich, dass akuter und chronischer Juckreiz ein häufiges Symptom darstellt.

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Bettwanzen häufiges Urlaubssouvenir

Bettwanzen sind ein häufiges Souvenir, welches aus dem Urlaub mitgebracht wird. Häufig waren Touristen aus Hurghada, Alicante und den USA betroffen. Stiche durch Bettwanzen verursachen stark juckende, linear angeordnete rote Flecken auf der Haut. Durch Wanzen werden keine Krankheiten übertragen (Akt Dermatol 2013; 39: 79-82).

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