Narbenpflege

Nach Verletzungen, Wunden oder Operationen ist der Körper bemüht, die betroffene Stelle so schnell wie möglich zu reparieren. Bei diesem Heilungsprozess kommt es zur Entstehung von Narben. Im besten Fall bleibt am Ende nur noch eine Stelle auf der Haut zurück, es kann jedoch auch zur Narbenbildung kommen.

Bei einer gestörten Narbenbildung kann es zu atrophen oder hypertrophen Narben sowie zur Bildung eines Keloids kommen. Bei atrophen Narben hat eine Zerstörung des Bindegewebes stattgefunden, wodurch sich die Haut nach innen zieht. Hypertrophe Narben hingegen gehen mit einem Überschuss an Bindegewebe einher, wodurch sich die Haut nach außen wölbt. Es kann zu Juckreiz und einer rötlichen Färbung der Haut kommen. Von einem Keloid spricht man, wenn das Bindegewebe über die Wundränder hinaus wuchert und somit das gesunde Gewebe betroffen ist. Es kommt zu einer Wulstbildung, die mit Juckreiz und Schmerzen einhergehen kann. Die betroffene Haut ist i.d.R. rot verfärbt.

Den Heilungsprozess unterstützen

Damit die Haut möglichst gut verheilen kann, sollte man ein paar Dinge berücksichtigen. Vor allem frische Narben sollten keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Lässt sich dies nicht vermeiden, empfiehlt es sich, eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor aufzutragen. Weiterhin sollte man darauf achten, dass an der entsprechenden Stelle keine scheuernde oder einschnürende Kleidung getragen wird. Wichtig ist auch eine gute Pflege der Narbe, z.B. durch das regelmäßige Einmassieren von fettenden Cremes.

Mit der Narbenpflege sollte möglichst früh nach dem Zuheilen der Wunde begonnen werden. Dabei ist vor allem Zeit und Geduld gefragt, denn die Pflege der Narbe sollte täglich über einen Zeitraum von mehreren Monaten erfolgen. Die verwendeten Cremes und Salben sollten dabei vor allem einen rückfettenden Effekt haben, da Narben keine Talgdrüsen haben und so schneller austrocknen.

Patient & Haut 1/2015

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Tapen von Narben am Oberkörper

Eine Untersuchung hat gezeigt, dass das dreimonatige Tapen einer frischen OP-Narbe im Bereich des Oberkörpers zu einem besseren kosmetischen Ergebnis und zu einer besseren Patientenzufriedenheit gekommen ist. In der Studie wurde das 10 x 1 cm große Tape täglich über drei Monate erneuert. Besonders bei Männer hatte die Methode einen positiven Effekt auf die Narbenbildung, was möglicherweise an einer ausgeprägteren Rumpfaktivität der Männer liegen könnte. Untersucht wurden elliptisch ausgeschnittene Narben (Akt Dermatol 2013; 39).

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Behandlung von Keloiden

Überschießende Narbenwucherungen, sog. Keloide, stellen eine Herausforderung in der Behandlung dar. Sie treten besonders häufig an den Ohren und im Brustbereich auf. Zu den Behandlungen gehören u .a. Vereisung mit flüssigem Stickstoff und Unterspritzungen von Kortison.

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